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Projekt CIPAST:
Bürgerbeteiligung in Wissenschaft und Technologie


Seit etwa zwanzig Jahren haben die Meinungsverschiedenheiten, die sich auf Fragen mit starkem wissenschaftlichem und technologischem Inhalt beziehen, zugenommen. Sie ließen neue demokratische Erwartungen aufkommen, sowohl ein Bedürfnis zu wissen als auch den Willen zu entscheiden. Dabei wird zunehmend die Frage nach einer Teilnahme der Zivilgesellschaft in den Entscheidungsketten, die von den Leitlinien der Grundlagenforschung bis hin zur Verbreitung der Innovationen gehen, entsprechend den sozialen Auswirkungen von Wissenschaft und Technologie gestellt.

In den Ländern der Europäischen Union gibt es zahlreiche Erfahrungen mit partizipativen Verfahren und Prozessen, die sich sowohl nach Modalitäten als auch nach politischem Hintergrund und politischer Kultur stark unterscheiden. Die Aufgabe des CIPAST-Netzwerkes besteht darin, durch den Austausch von best-practice Erfahrungen und den Transfer von Expertise die Entwiclung einer europäischen Kultur der Bürgerbeteiligung in diesen Bereichen zu fördern."
 
Roland Schaer, Koordinator des cipast-Projekts

Das Projekt CIPAST (Citizen Participation in Science and Technology) will daher europäische Organisationen zusammenbringen,

  • die im Bereich Wissenschaft und Technologie Erfahrungen in der Anwendung partizipativer Methoden haben,
  • die aus unterschiedlichen Erfahrungs- und Anwendungszusammenhängen kommen (Parlamentseinrichtungen, Forschungsinstitute, Wissenschaftsläden, Wissenschaftsmuseen, akademische Forscher) und
  • die bereits in europäischen Netzwerken wie EPTA, IGLO, ECSITE, Living Knowledge organisiert sind.

CIPAST hat zum Ziel, die Gesellschaft zur aktiven Teilnahme in den Politiken wissenschaftlicher Forschung und technologischer Innovation zu ermutigen. Hierzu soll

  • ein breites Netz europäischer Beteiligter aufgebaut werden, die bereits an partizipativen Verfahren beteiligt waren
  • die Verbreitung von Kenntnissen und Erfahrungen, best-practice Beispielen sowie relevanter Informationen gefördert werden.

Hintergrund

In den einzelnen Ländern Europas hat die Einbindung von Bürgern und der Zivilgesellschaft im Allgemeinen in wissenschafts- und technikbezogene Entscheidungsprozesse bedeutende aber auch sehr unterschiedliche Entwicklungen durchgemacht. Vor allem durch die öffentliche Diskussion energiepolitischer Fragen in den 70er und 80er Jahren und das Aufkommen von Umweltschutzthemen oder der Biotechnologie wurden Bürger und Interessensvertreter in Beratungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen, die zuvor eher Experten und politischen Entscheidungsträgern vorbehalten waren. Die Arten der Einbindung waren vielfältig und reichten von Sozialmobilisationen über die Gründung von Nicht-Regierungsorganisationen bis hin zu formalen Beteiligungsprozessen unter mehr oder weniger institutionalisierten Beratungs- und Entscheidungsrahmenbedingungen.
Die verschiedenen Akteure und ihre Erfahrungen in einer gemeinsamen Plattform zusammen zu bringen, wird die beteiligungsorientierte demokratische Kultur in Europa stärken und den Zugang zu Erfahrungen und innovativen Ansätzen verbessern.

Die Weiterentwicklung dieser partizipativen Ansätze ist eine Antwort auf ein starkes soziales Bedürfnis, das seinen Ursprung in der Wahrnehmung der Risiken technologischer Innovationen durch die Öffentlichkeit hat. Sie ist ein praktischer Versuch, um das Regieren in einer modernen Gesellschaft zu verbessern, indem man demokratische Werkzeuge liefert, um Entscheidungsprozesse zu fördern und die die Qualität der Entscheidungen zu verbessern.

Die Aktionen

  • Aufbau eines Netzes europäischer Beteiligter in partizipativen Verfahren: Identifizierung der derzeitigen und potentiellen Beteiligten und Stimulierung des Informations- und Erfahrungsaustausch innerhalb des Netzes durch Schaffung und Bereitstellung der notwendigen Werkzeuge (Website, Diskussionslisten, Newsletter sowie eine Datenbank von Beteiligungsinitiativen in Europa).
  • Organisation und Durchführung zweier Workshops zum Austausch von Erfahrungen bei der Einbeziehung der Zivilgesellschaft

Die CIPAST -Partner haben sich zusammengeschlossen, um einen an die verschiedenen Anwendungszusammenhänge angepassten Fortbildungsprogramm zu entwickeln, das auf eine einschlägige Einbindung der Zivilgesellschaft an Entscheidungsprozessen abzielt. Dieses Programm wird dank der Erfahrungen mehrerer internationaler Organisationen ausgearbeitet, die jüngst Beteiligungsverfahren organisiert haben. Die angebotenen Seminare richten sich nicht allein an politische Entscheidungsträger, sondern auch an Beteiligte aus der Forschung, aus Nichtregierungsorganisationen oder aus dem Bereich der Industrie.

Projektpartner

CIPAST versammelt Partner aus vier Bereichen:

  • aus parlamentarischen Büros:
    • das Rathenau Institute (Den Haag, NL) und das
    • Danish Board of Technology (Kopenhagen, DK)

  • aus Wissenschaftsmuseen und Wissenschaftsläden:
    • das Cité des Sciences et de l´Industrie (Paris, F)
    • das Deutsche Hygiene-Museum Dresden (Dresden, D),
    • die Citta della Scienza (Neapel, I)
    • und den Wissenschaftsladen Bonn, (Bonn, D)

  • aus Forschungseinrichtungen:
    • Institut National de la Recherche Agronomique (INRA), (Paris, F),
    • Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM), (Paris, F)

  • aus Universitäten und Schulen, die in der Analyse und der sozio- politischen Bewertung partizipativer Verfahren engagiert sind:
    • Ecole des Mines de Paris (Centre de Sociologie de l'Innovation), (Paris, F),
    • Fondation Nationale des Sciences Politiques (FNSP), (Paris, F),
    • University of Westminster, Centre for the Study of Democracy, (London, UK),
    • Université de Lausanne, Interface Sciences et Société, (Lausanne, CH)

Projekt-Koordination:
Roland Schaer
Cité des Sciences et de l´Industrie
r.schaer@cite-sciences.fr
Tel. +33 (0)1 40 05 72 17

Kontakt:
Norbert Steinhaus
Tel. (02 28) 201 61-22
norbert.steinhaus@wilabonn.de



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